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Feministische Werkstatt 2026

Die Istanbul-Konvention definiert „Gewalt gegen Frauen*“ als eine Form der Menschenrechtsverletzung und der Diskriminierung. Ihre Umsetzung ist eine verbindliche Aufgabe für alle staatlichen Ebenen – Bund, Länder und Kommunen.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass Gewalt gegen Frauen in Deutschland weiterhin zunimmt. Auch in Hessen bestätigen Daten aus dem Bundeslagebild sowie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik einen besorgniserregenden Trend steigender Fallzahlen, insbesondere im Bereich häuslicher Gewalt und sexualisierter Gewalt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Zahlen nur das Hellfeld abbilden – das tatsächliche Ausmaß liegt deutlich höher.

Besonders betroffen sind Frauen* und Mädchen, insbesondere Frauen* mit Behinderung, migrantisierte und geflüchtete Frauen* sowie queere Personen. Ihre Perspektiven und Bedarfe werden jedoch häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Trotz bestehender Unterstützungsangebote besteht auch in Hessen weiterhin erheblicher Handlungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf den Zugang zu Schutz und Beratung für besonders vulnerable Gruppen.

Das neue Gewalthilfegesetz stellt einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der Istanbul-Konvention dar, deckt jedoch bislang nicht alle Bedarfe und betroffenen Personengruppen ab. Für eine konsequente Umsetzung in Hessen sind daher weitere strukturelle und politische Maßnahmen notwendig.

In einer Zeit, in der gesellschaftliche Polarisierung und das Erstarken rechter Kräfte auch in Hessen mit einer zunehmenden Abwertung und Ausgrenzung marginalisierter Gruppen einhergehen, wollen wir Räume schaffen, in denen solidarische Perspektiven gestärkt, Ressourcen gebündelt und nachhaltige Vernetzung ermöglicht werden.

Dazu laden wir Euch herzlich ein zur Feministischen Werkstatt zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Hessen unter dem Titel: „Gewaltschutz geht uns alle an!“

Euch erwartet – wie in jeder guten Werkstatt:

  • Geteiltes Wissen: Wir setzen auf einen konstruktiven, solidarischen Austausch auf Augenhöhe zwischen Expertinnen, Aktivistinnen und allen Teilnehmenden. Fachinputs geben Einblicke in das Hilfesystem in Hessen sowie in aktuelle Herausforderungen und Lücken aus intersektionaler Perspektive.
  • Gemeinsame Werkzeuge: In Kleingruppen wollen wir gemeinsam Perspektiven entwickeln, Erfahrungen austauschen und konkrete Ideen für bessere Schutzstrukturen und politische Forderungen erarbeiten.
  • Raum für Austausch und Pausen: Wir wissen, dass wichtige Gespräche oft zwischen den Programmpunkten stattfinden. Deshalb sind Pausen ausdrücklich Teil der Werkstatt – für Austausch, Vernetzung und informelle Gespräche bei Getränken und Snacks.

In der Feministischen Werkstatt kommen unterschiedliche Generationen, Perspektiven und Erfahrungen zusammen. Eingeladen sind Feminist*innen, solche, die es werden wollen, sowie alle Interessierten.

All genders are welcome!

Wir freuen uns sehr, wenn Ihr dabei seid, wenn Ihr Kolleg*innen, Partner*innen, friends & family mitbringt, und in Euren Netzwerken zur Teilnahme einladet, denn: Gewaltschutz geht uns alle an!

Wann: 03. November 2026, 15:00 Uhr 

Wo: Alte Dondorfdruckerei 2. OG, Gabriel-Riesser-Weg 3, 60325 Frankfurt am Main

Programm: Feministische Werkstatt 03.11.2026

Teilnahmegebühr:
€ 10,- / ermäßigt € 5,-
Im TN-Beitrag ist Verpflegung und Kaffeepause enthalten. Getränke können zum Unkostenbeitrag vor Ort erworben werden.

Anmeldungen unter folgendem Link.

Eine Zusammenarbeit von:
CGC – Cornelia Goethe Centrum, gFFZ – Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen, LandesFrauenRat Hessen, Büro F, FIM Frauenrecht ist Menschenrecht e.V. Frankfurt, Frauenreferat Frankfurt, Frauennotruf Frankfurt, ProFamilia Hessen, Heinrich-Böll-Stiftung Hessen

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Rückblick: Sommerempfang des LandesFrauenRats Hessen am 26. August 2026 - Die weiblichen Perspektiven bei der Migration stärken

Unter der Schirmherrschaft der Hessischen Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann, fand am 26. August 2026 der diesjährige Sommerempfang des LandesFrauenRats Hessen (LFR Hessen) in der Evangelischen Akademie in Frankfurt am Main statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das LFR-Hessen-Jahresthema „Migration weiblich gestalten“. Die Veranstaltung stieß auf große Resonanz. Zahlreiche Vertreterinnen der Mitgliedsverbände, Abgeordneten des Hessischen Landtags und frauenpolitisch engagierten Frauen folgten der Einladung.

Frauenministerin Heike Hofmann betont in ihrem Grußwort die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen dem Hessischen Sozialministerium und dem LFR Hessen. Der LFR Hessen sei „immer am Puls der Zeit“ und die „stärkste Stimme für Frauen in Hessen“. Gleichstellung sei das Fundament unserer Demokratie. Wo die Stimme von Frauen fehle, würden Entscheidungen schlechter getroffen. Ministerin Hofmann begrüßt sehr, dass das Jahresthema „Migration weiblich gestalten“ die Perspektive von Frauen mit Migrationserfahrungen in den Fokus stellt, da diese in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht ausreichend repräsentiert wird. Umso wichtiger sei es, geschlechtsspezifische Erfahrungen und Bedürfnisse sichtbar zu machen und in politische Entscheidungen einzubeziehen.

Die Vorsitzende des LFR Hessen, Sigrid Isser, dankt Ministerin Hofmann für die Übernahme der Schirmherrschaft über die Veranstaltung. Für die Frauen in Hessen und die frauenpolitische Arbeit ist der gemeinsame Austausch und die gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung von großer Bedeutung. Ihren Dank richtet Sigrid Isser zugleich an die anwesenden Frauen, sowie an die Delegierten der Mitgliedsverbände des LFR Hessen: „Die konstruktive und engagierte Zusammenarbeit unserer Mitgliedsverbände ist eine wichtige Grundlage für unsere Arbeit. Immer mit dem gemeinsamen Ziel, die Lebensbedingungen von Frauen in Hessen zu verbessern und ihre Interessen sichtbar zu machen.“

Den fachlichen Impuls des Abends gibt Prof. Dr. Magdalena Nowicka. Ihren Vortrag beginnt sie mit dem eindrücklichen Satz: „Als Frau wirst du es in Deutschland schwerer haben.“ Damit leitet sie zu der Frage über, wie Migrationserfahrungen und Geschlecht miteinander verbunden sind und welche zusätzlichen Barrieren für Frauen entstehen können. Prof. Dr. Nowicka macht deutlich, dass Migration und Geschlecht als kumulative Diskriminierungsfaktoren betrachtet werden müssen. Dabei richtet sie den Blick auf unterschiedliche Alltags- und Lebensphasen und wo konkreter Handlungsbedarf bei struktureller Benachteiligung besteht.

Zum Abschluss des fachlichen Teils ziehen Andrea Gerlach und Brigitte Ott, beide Mitglieder des LFR-Vorstands, ein Resümee der Veranstaltungen, die im Rahmen des Jahresthemas durchgeführt wurden. Sie stellen zentrale Ergebnisse und Erkenntnisse der verschiedenen Veranstaltungen vor und führen diese zu einer gemeinsamen Synthese zusammen.

Der Sommerempfang macht einmal mehr deutlich: Eine gleichberechtigte Gesellschaft braucht die Perspektiven aller Frauen. Wer Migration gestalten will, muss Frauenperspektiven mitdenken, strukturelle Herausforderungen angehen und ihnen Raum und Stimme geben.

Beim anschließenden Get-together nutzen die Gästinnen die Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken.

Pressemitteilung zum Herunterladen.