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Der LandesFrauenRat Hessen warnt vor weiterem Abbau spezialisierter Versorgung für Lipödem-Patientinnen

Der LandesFrauenRat Hessen, der 47 Mitgliedsverbände und damit die Interessen von über 1,2 Millionen Frauen in Hessen vertritt, zeigt sich zutiefst besorgt über die drohende Schließung spezialisierter Kliniken in Bad Nauheim und Bad Homburg. Der Dachverband fordert die hessische Landespolitik nachdrücklich auf, die medizinische Versorgung von Patientinnen mit Lipödem in Hessen nachhaltig zu sichern und einen weiteren Abbau spezialisierter Versorgungsstrukturen zu verhindern.

Nach aktuellen Berichten stehen die Schließungen entsprechender Einrichtungen in Bad Nauheim und Bad Homburg im Raum. Diese Kliniken nehmen bislang eine zentrale Rolle in der lymphologischen und rehabilitativen Versorgung ein. Für viele hessische Patientinnen mit Lipödem stellen sie eine der wenigen qualifizierten Anlaufstellen dar, die eine ganzheitliche, fachlich fundierte und wirksame Behandlung ermöglichen.

Das Lipödem ist eine chronische, schmerzhafte Fettverteilungsstörung, die nahezu ausschließlich Frauen betrifft und mit erheblichen körperlichen sowie psychischen Belastungen einhergeht. Die Erkrankung ist medizinisch anerkannt und darf nicht mit Adipositas oder rein kosmetischen Fragestellungen verwechselt werden. Eine spezialisierte Behandlung ist entscheidend, um Schmerzen zu lindern, Mobilität zu erhalten und eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufs zu verhindern.

Die Versorgungslage ist bereits jetzt bundesweit äußerst angespannt: Nach Einschätzung von Expertinnen und Experten gibt es in Deutschland lediglich rund acht Kliniken, die Lipödem-Patientinnen behandeln. Nur vier davon sind ausgewiesene Rehabilitationskliniken, die eine nachhaltige Linderung der Beschwerden ermöglichen. Jede weitere Schließung würde diese Unterversorgung massiv verschärfen – mit unmittelbaren Folgen auch für betroffene Frauen aus Hessen.

Rehabilitationskliniken mit lymphologischer Expertise sind für Lipödem-Patientinnen unverzichtbar. Sie bieten nicht nur kurzfristige Symptomlinderung, sondern auch langfristige Therapieansätze, Schulungen und Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung. Ein Wegfall der Standorte in Bad Nauheim und Bad Homburg hätte zur Folge, dass viele hessische Patientinnen künftig keine adäquate Versorgung mehr erhalten oder gezwungen wären, lange Wege in andere Bundesländer auf sich zu nehmen.

Besonders kritisch bewertet der LandesFrauenRat Hessen in diesem Zusammenhang, dass sowohl das Hessisches Ministerium für Gesundheit als auch das Bundesministerium für Gesundheit die Frauengesundheit ausdrücklich als gesundheitspolitischen Schwerpunkt benannt haben. Diese Zielsetzung müsse sich nun auch konkret in politischen Entscheidungen widerspiegeln. Der Abbau spezialisierter Versorgungsangebote für eine Erkrankung, die nahezu ausschließlich Frauen betrifft, wäre ein deutlicher Rückschritt in der Gesundheitsversorgung von Frauen und stünde im Widerspruch zu den erklärten politischen Zielen.

Der LandesFrauenRat Hessen fordert daher:

  • den klaren Einsatz der hessischen Landesregierung für den Erhalt der Kliniken in Bad Nauheim und Bad Homburg,
  • die Nutzung des politischen Einflusses auf Bundesebene, um sich gegenüber dem Bundesministerium für Gesundheit und weiteren zuständigen Institutionen aktiv für den Erhalt und die Sicherung der Lipödem-Versorgung einzusetzen,
  • insbesondere den Erhalt bestehender spezialisierter Rehabilitationsstrukturen und den Stopp weiterer Reduzierungen.

Hessen trägt eine besondere Verantwortung für die gesundheitliche Versorgung seiner Bürgerinnen. Betroffene Frauen benötigen keine weiteren Hürden, sondern verlässliche Versorgungsstrukturen, die Anerkennung ihrer Erkrankung und entschlossenes politisches Handeln auf Landes- und Bundesebene.

Der Vorstand des LandesFrauenRats Hessen

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